Gelesen: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden – Genki Kawamura

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Was, wenn du nur noch einen Tag zu Leben hättest? Mit dieser trüben Aussicht sieht sich der Protagonist des Romans “Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden” konfrontiert. Der 30 jährige Postbote bekommt jedoch eine neue Chance. Der Teufel erscheint ihm und macht ihm ein Angebot: Er wird das Leben des jungen Mannes verlängern, doch für jeden Tag, den der Protagonist weiterlebt, wird etwas von der Welt verschwinden. Zunächst scheint dies ein annehmbarer Kompromiss, doch wie ist es wirklich für die Menschheit wenn Dinge wie Telefone oder Uhren plötzlich nicht mehr existieren? Und was könnte man ihm nehmen, dass ihn diesen Pakt mit dem Teufel überdenken lässt?

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Als ich das Buch anfing, tat ich mich zunächst etwas schwer. Der Protagonist wirkte passiv, nicht besonders zugänglich und etwas eintönig. Doch im Laufe des Buches wird immer deutlicher, dass dem keineswegs so ist. Mit dem Leser muss auch der Protagonist selbst erkennen, dass sein Leben aus mehr besteht, als seinem drögen Alltag. Dass der Ich-Erzähler uns auf diese Reise mitnimmt ist ein Glück, denn es sorgt dafür, dass man sich ihm am Ende des Buchs sehr nahe fühlt, so als hätte man jemanden ein paar Tage lang kennengelernt und dabei Stück für Stück die Nuancen seines Charakters entdeckt.

Das Buch hat auch viel philosophisches Potential. Beispielsweise stellt sich der Protagonist als Uhren verschwinden die Frage, was Zeit überhaupt für die Menschheit bedeutet. Seine Gedanken sind dabei durchaus nachvollziehbar. Interessanter aber ist die emotionale Komponente dieses Romans, die Erinnerungen, die das Leben des Erzählers ausmachen, seine zwischenmenschlichen Beziehungen. Und auch seine Beziehung zu seiner geliebten Katze Weißkohl.

Genki Kawamuras Roman hat mich nicht von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen, am Ende dann aber doch voll und ganz überzeugt. Ein Buch über Leben und Tod, und über Menschlichkeit, dass mich wirklich berührt hat. Auch als Geschenk für liebe Menschen sicher ein gutes Buch. Der Roman umfasst 190 Seiten und ist im C.Bertelsmann Verlag erschienen. Mein Dank geht an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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