Gelesen: Jeder ist Beziehungsfähig

Die Psychologin Stefanie Stahl erlangte Bekanntheit durch ihr Buch “Das Kind in dir muss Heimat finden”. Ihr Nachfolger, “Jeder ist beziehungsfähig”, beschäftigt sich mit Beziehungen und warum es für manche Menschen so schwierig ist, zusammen zu sein.

Ich habe “Das Kind in dir muss Heimat finden” nicht gelesen, doch es ist offensichtlich, dass Stahl in “Jeder ist beziehungsfähig” viel von dem aufgreift, was bereits im Vorgänger thematisiert wurde. Diesmal aber überträgt sie ihre Schlüsse auf das Beziehungsverhalten von Menschen und geht dabei darauf ein, dass manche von uns von Verlustängsten gesteuert werden, während andere ein sehr ausgeprägtes Autonomiebedürfnis haben. Dass es beim Aufeinandertreffen zweier derart unterschiedlichen Einstellungen Probleme geben kann, ist nicht überraschend.

Stahl klärt darüber auf wie frühkindliche Prägungen und Erinnerungen unser Beziehungsverhalten dauerhaft prägen und wie man, sobald man dies erkannt hat, daran arbeiten kann, sich nicht allzu stark davon steuern zu lassen. Ihr Schreibstil ist dabei eingängig, ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar und ihre Tipps umsetzbar. Ich denke fast jeder Leser kann sich in dem Buch wiederfinden, denn die meisten von uns haben schon gescheiterte Beziehungen hinter sich. Dass man durch Stahls Werk erkennen kann, dass so ein Ende einer Beziehung auch damit zu tun haben kann, wie man aufgewachsen ist, sorgt für Aha! – Momente.

“Jeder ist beziehungsfähig” ist ein interessantes Buch mit hilfreichen Strategien zur Überwindung der Hindernisse, die einer guten Beziehung im Wege stehen. Wer sich für Psychologie interessiert und bereit ist, die eigenen Motive und Prägungen zu hinterfragen, kann bei der Lektüre sicher einiges mitnehmen.

Danke an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Das Buch ist im Kailash Verlag erschienen.

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