Gelesen: The Future is Female (herausgegeben von Scarlett Curtis)

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Mit “The Future is Female” hat der Goldmann Verlag eine feministische Essay Sammlung veröffentlicht, die von der Aktivistin Scarlett Curtis herausgegeben wurde. Auf knapp 410 Seiten finden sich abwechslungsreiche Beiträge zum Thema Feminismus von Aktivistinnen, Autorinnen, Politikerinnen, Journalistinnen, Poetinnen und Schauspielerinnen. Auch wenn es die ein oder andere Überschneidung bei den Essays gibt, muss ich doch loben wie abwechslungsreich der Band geworden ist. Kreativ fand ich zum Beispiel die Beiträge von Poetinnen, die sich dem Thema entsprechend poetisch angenähert haben.

Es darf auch mal geschmunzelt werden: Schauspielerin Kat Dennings (Thor, 2 Broke Girls) würzt ihren Beitrag mit einer Prise Humor, in dem sie uns von A bis Z die Szenarien erklärt, in denen man laut ihrer Mutter als Frau gekidnappt werden kann. Natürlich ist sowas mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu betrachten, denn die Welt ist tatsächlich ein gefährlicher Ort für Frauen und Mädchen. Aber ich fand es erfrischend das Thema auch einmal übertrieben und daher humoristisch zu betrachten.

Bondgirls und Period Poverty

Schauspielerin Keira Knightley rechnet in ihrem Beitrag mit einer Gesellschaft ab, die Frauen bejubelt, weil sie einen Tag nach einer schweren Geburt schon wieder topgestylt Interviews geben. Bondgirl Gemma Arterton stellt sich vor wie ihre Rolle in James Bond hätte ablaufen können, wenn die weiblichen Figuren ihm nicht alle verfallen würden. Aktivistin Amika George wiederum beklagt, dass arme Mädchen einmal im Monat die Schule verpassen, weil sie sich keine Hygieneartikel leisten können. Zwar trifft nicht jedes Essay ins Schwarze, der überwiegende Teil aber schon. Außerdem kommen vielfältige Stimmen zu Wort, Intersektionalität wird hier groß geschrieben. Erfrischend auch die ein oder andere kritische Stimme: Evanna Lynch, die man als Luna aus Harry Potter kennt, erzählt ehrlich, dass sie sich mit dem Thema Feminismus immer noch schwertut.

Pink is beautiful

Warum der grelle pinke Einband, mag man sich fragen. Ist das kein Klischee? Curtis erklärt gleich an zwei Stellen im Buch, was es mit der Farbwahl auf sich hat. In ihrer Einleitung stellt sie die Frage, ob man kein Pink als Feministin tragen darf und beantwortet sie gleich selbst: Auch Feministinnen tragen Make-up und die Farbe Pink. Später erklärt sie, dass der Farbton des Einbands, das sogenannte Baker-Miller-Pink, Untersuchungen zufolge Aggressionen abschwächt. Die Farbe pink ist also ziemlich cool und verdient es nicht darunter zu leiden, dass manche sie als ‘feminin’ abstempeln. Letztendlich ist auch das nur ein soziales Konstrukt. Pink ist für jeden da.

Für alle Feministinnen und jene, die sich fragen, was es mit dem Feminismus auf sich hat, ist “The Future is Female” ein wahrer Schatz an vielfältigen Meinungen.

Danke an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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