Gelesen: Weites Land von Catherine Meurisse

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Vor Kurzem habe ich über Catherine Meurisses Band Die Leichtigkeit berichtet. Heute möchte ich euch etwas über den Nachfolger, Weites Land, erzählen. Lange bevor Catherine Meurisse bei Charlie Hebdo arbeitete, war sie ein Mädchen, das auf dem Land aufwuchs. In ihrem Comic Weites Land berichtet sie von dieser Zeit. Sie erzählt, wie sie Steine und Pflanzen zu schätzen lernte, wie sie versuchte in Ausgrabungen alte Schätze zu entdecken, und wie sie den Unterschied zwischen französischen und englischen Gärten lernte. Ihre Mutter, eine begeisterte Hobby Botanikerin, brachte ihr viel über Pflanzen bei und verknüpfte ihr Wissen noch mit literarischen Texten. So erläuterte sie ihrer Tochter, dass Autor Emile Zola in manchen seiner Texte total durcheinander warf, wann welche Blumen blühen.

Weites Land hat etwas idyllisches an sich. Auch wenn hier nicht nur eine heile Welt gezeigt wird (so werden beispielsweise Monokulturen und Urbanisierung kritisiert), die dargestellte Natur und die ungezwungene Art, auf die die kindliche Protagonistin diese erkundet, hatten für mich etwas von Idylle und Leichtigkeit. So steht das Werk in recht krassem Kontrast zu seinem Vorgänger, in dem Meurisse die Aufarbeitung der Morde an ihren Kollegen thematisierte.

Kunst, Kultur, Natur – diese drei Dinge prägten Meurisse Kindheit. Eingefangen hat sie dies in ihrem ganz eigenen Stil, der ihren Ursprung als Karikaturistin erkennen lässt. Den Comic zu lesen hat fast etwas meditatives, so ruhig plätschert er daher. Die perfekte Lektüre für entspannte Sonntagmorgen. Wer aber einen starken roten Faden oder Spannung sucht, für den ist Weites Land nicht das richtige.

Weites Land ist bei Carlsen erschienen. Ich bedanke mich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

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