Gelesen: Wie gut, dass wir darüber geredet haben

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“Zieh nicht so ein Gesicht! Das gibt Falten. Dann nimmt dich erst recht keiner mehr”, sagt die Oma zur gesichtslosen Erzählerin beim Familienessen. Auch sagt sie in ungeschönten Worten, dass es lansam Zeit zum Kinderkriegen wird. Überhaupt, Oma nimmt kein Blatt vor den Mund.

In “Wie gut, dass wir darüber gerredet haben” thematisiert Julia Bernhard den Alltag einer jungen Frau, insbesondere die zwischenmenschlichen Probleme. Doch auch eine vernachlässigte Zimmerpflanze kommt zu Wort und konfrontiert die Erzählerin mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit.

Aus den Augen der Erzählerin erleben wir, wie mit ihr Schluss gemacht wird und warum die bereits zuvor erwähnten Familienessen ein Graus sind. Bernhards eigenwilliger, reduzierter Stil passt sehr gut zur Thematik des Buchs. Ihre Beobachtungen sind zudem sehr treffend, in vielen beschriebenen Situationen fand ich mich als Frau um die 30 wieder und habe daher viel geschmunzelt.

Von so mancher Szene habe ich sogar ein Foto gemacht und an Freunde geschickt, weil ich sie darin wiedererkannt habe. Nahbar, amüsant, kritisch – Julia Bernhard bringt das Leben als junge unabhängige Frau auf den Punkt. “Wie gut, dass wir darüber geredet haben” ist im Avant Verlag erschienen.

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