Gelesen: The Plus One von Sarah Archer

Habt ihr schonmal ein Buch gelesen, das euch total frustriert hat, weil ihr die Prämisse so spannend fandet, das Buch aber nichts daraus machte? Auftritt: The Plus One von Sarah Archer.

Kelly ist Ende 20 und eine ambitionierte Roboteringenieurin, die Probleme hat sich anderen zu öffnen und am liebsten für sich ist. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten eigenen Projekt, einem Pflegeroboter namens Confibot. Als die Hochzeit ihrer Schwester ansteht, drängt ihre Familie sie, eine Begleitung zu finden. Kurzerhand baut sich Kelly eine: den Roboter Ethan. Gutaussehend, (künstlich) intelligent und absolut vernarrt in Kelly: ein wahrgewordener Traummann. Aber Ethan ist nicht echt. Als Kelly Gefühle für ihn entwickelt, wird es kompliziert…

Wie bereits zu Beginn beschrieben, war ich sehr angetan von der Prämisse. Meiner Meinung nach hätte man sehr gut zwei Richtuingen damit einschlagen können: a) eine intensive Geschichte darüber, was Menschsein bedeutet und welche moralischen Implikationen die Situation mit sich bringt, oder b) eine humoristische Story, die davon lebt, dass der Roboter doch nicht so menschlich ist wie gedacht und ständig droht aufzufliegen. Leider hat sich die Autorin für keins von beidem entschieden, behandelt stattdessen eine oberflächliche Liebesgeschichte mit unsympathischer Protagonistin, die nur an sich selbst denkt.

In der Danksagung erklärt die Autorin sie habe bei der Recherche zum Buch viel über Roboter und künstliche Intelligenz gelernt. Leider merkt man davon im Buch nichts. Alle technischen Probleme sind blitzschnell gelöst und der Roboter integriert sich problemlos. Dass Kelly einen komplett lebensechten, intelligenten Roboter hinbekommt, bei ihrem Confibot Projekt jedoch nicht weiterkommt, wirkt wenig glaubhaft.

Positiv ist, dass sich das Buch schnell und flüssig liest. Leider bleiben viele Figuren blass und Protagonistin Kelly konnte mir bis zum Schluss nicht ans Herz wachsen. Sehr schade, aus dem Buch hätte man viel mehr herausholen können.

Mein Dank geht an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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1 Comment

  1. February 22, 2020 / 8:13 pm

    DANKE! Ich bin also nicht allein mit meiner Meinung. 😄 Ich fand Kelly absolut unsympathisch, die Entwicklung des Roboters sehr unglaubwürdig (an einem Wochenende gebaut? Und Confibot dauert Monate?) und auch die vermittelten Wertvorstellungen problematisch. Sehr sehr schade!

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