Gelesen: Kill Creek

Dieses Buch habe ich schon seit fast einem Jahr. Mehrmals habe ich angefangen, es zu lesen und dann doch wieder zur Seite gelegt. Doch jetzt habe ich mich endlich durchgerungen und Kill Creek von Scott Thomas komplett gelesen. Ob es sich gelohnt hat?

In Kill Creek lassen sich vier bekannte Horrorschriftsteller auf eine PR Aktion des jungen Millionärs Wainwright ein: Sie sollen für ein gemeinsames Interview eine Nacht in einem verfluchten Spukhaus verbringen. Die Autoren sind Sam McGarver, der populäre Schauerromane schreibt, Sebastian Cole, der als einer der Urväter des modernen Horrorgenres von den anderen verehrt wird, T.C. Moore, die sexuell aufgeladene Splatter Geschichten schreibt, und Daniel Slaughter, der Grusellektüre für jüngere Leser produziert.

Keiner der vier glaubt zu Beginn, dass etwas an den gruseligen Geschichten rund um das Haus dran ist. Doch die ehemaligen Bewohner, allen voran die verstorbenen Finch Schwestern, scheinen immer noch am Haus zu hängen. Die Horror Autoren erwarten Begegungen, wie sie sie sonst nur aus ihren eigenen Fiktionen kennen.

Selten hat mich ein Buch mit derart zwiegespaltenen Gefühlen zurückgelassen. Ich mochte den Schreibstil des Autors, die Geschichte war spannend und hatte gute Wendungen. Aber ich mochte keinen einzigen der Charaktere, weshalb es mir ziemlich egal war, wenn ihnen schlimmes widerfuhr. Ausserdem habe ich mich über die Darstellung von Frauen und übergewichtigen Figuren geärgert.

Eine Figur ist korpulent und der Autor scheint es für nötig zu halten uns immer wieder daran zu erinnern, als sei dies ein ungemein wichtiger Aspekt der Persönlichkeit der Figur. Die Schriftstellerin Moore wiederum wird als muskulös, aber nicht zu muskulös beschrieben, und schreibt gerne nackt an ihrem neusten Werk. Bei einer weiteren Frau wird anerkennend erwöhnt, dass sich trotz 16 Jahren Ehe und nach einer Geburt, ihre schmale Figur aus ihren 20ern nicht verändert hat.

Aufgrund der zuvor genannten Kritikpunkte war der Roman für mich trotz Gruselfaktor und hohem Unterhaltungswert leider insgesamt nur mittelmäßig. Wer über die Makel hinweg sehen kann, hat mit Kill Creek aber womöglich die passende Lektüre für Halloween gefunden.

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