Gelesen: Winter

Als erstes Buch im neuen Jahr beendet: Winter von Ali Smith, Teil zwei ihres Vier Jahreszeiten Quartetts. Herbst, den Vorgänger, habe ich im Rahmen eines Buchclubs gelesen und sehr gemocht. Ob mich der nächste Teil auch überzeugt hat?

Art, ein junger Mann, der einen Natur Blog schreibt und sich vor Kurzem von seiner Freundin Charlotte getrennt hat, engagiert eine Obdachlose um an Weihnachten seine Freundin zu spielen. Sie soll mit ihm zu seiner Mutter Sophia fahren. Lux ist eine junge Studentin, die das Geld gut gebrauchen kann und das ungewöhnliche Angebot nur allzu gerne annimmt. Arts Mutter wiederum sieht seit Kurzem einen schwebenden Kinderkopf, der nicht von ihrer Seite weicht. Sie hat sich daran gewöhnt, integriert den Kopf in ihr Leben. Ihre Schwester Iris, eine sehr unangepasste, politische Aktivistin, kommt ebenfalls zum Weihnachtsfest… Chaos ist vorprogrammiert, insbesondere da die Schwestern nicht gut aufeinanderzu sprechen sind.

Winter ist nicht so arg fragmentiert wie Herbst, geradelieniger, aber dafür gefühlt politischer. Brexit, Atomkrieg, Sexismus und das Trump-Problem werden thematisiert. Smith beweist sich dabei erneut als Wort-Virtuosin, schafft Passagen die zum Nachdenken anregen. Ein forderndes Buch, das eine eigentümliche Kraft entwickelt, mit eigenwilligen Charakteren. Kein Wort wirkt überflüssig in dieser Erzählung, ein meisterhaft komponiertes Stück über eine zerrüttete Familie. Grosse Leseempfehlung.

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