Gelesen: 12 Farben Grün

Carsten Kluth ist mit seiner Familie von der Großstadt aufs Land gezogen. In 12 Farben Grün nimmt er uns mit und berichtet anhand der 12 Monate innerhalb eines Jahres von den Veränderungen in der Natur, vom Erblühen und Verblühen, vom ewigen Kreislauf des Lebens. Er tut dies so poetisch und bildhaft, aber auch komplex, dass man wie in einen Sog gerät.

Jedem noch so kleinen Naturphänomen widmet Kluth seine Aufmerksamkeit, beschriebt vom Wasserlauf bis zum Samenkorn die Komplexität von all dem was um uns herum fliesst und wächst. Kluths Auffassungsgabe, seine Fähigkeit die kleinen Dinge wahrzunehmen, die Mensch, Pflanze, oder Tier ausmachen, ist bewunderswert. Ich bin selbst in einem Dorf groß geworden, nahe eines Waldes und eines Flusses, und fühle mich der Natur verbunden. Vielleicht auch dehalb hat mich das Buch so begeistert.

“Wie Seidenpapier entfaltet sich der Mohn rund ums Haus. In den großen weiß-roten Blüten an der Auffahrt sammeln sich die Schwebefliegen wie an einer Bar, der kleinere kalifornische Mohn erlebt nur Stippvisiten. Papaver somniferum dagegen wirkt sowohl in Blüte und Blatt gefährlich, ein unsauberes Violett und das fahle, metallisch-kühle Grün der Blätter zeigen Gefahr an und Potenz.” (S. 188)

Während der Lektüre griff ich des öfteren zu meinem Smartphone um die beschriebenen Pflanzen zu googeln. Ich denke so wird es vielen gehen, denn um alles genannte zu (er)kennen, muss man schon sehr bewandert sein beim Thema Flora. Lehrreich war die Lektüre dadurch allemal, faszinierender fand ich aber die poetische Auseinandersetzung mit der grünen Kraft der Pflanzen. Und auch die Tiere dürfen nicht zu kurz kommen, so schenkt Kluth beispielsweise seiner Katze ausreichend Aufmerksamkeit oder berichtet von den Besonderheiten von Schneckenhäusern.

Großartig erzählt, wunderbar geschrieben – 12 Farben Grün ist bei Harper Collins erschienen. Ein Kleinod für jene, die sich nach Natur sehnen. Mein Danke geht an den Verlag und an Ehrlich Anders für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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