Von Terroranschlägen, rüstigen Magiern und verteufelten Hexen

Wild Card

Zwei Menschen lernen sich am 11. September 2001 in den Trümmern New Yorks kennen. Ihre Verbindung wird über Jahre bestehen. Währenddessen wird in Deutschland der Junge Totte geboren. An dem Tag, an dem Tausende ihr Leben in einem Akt des Terrors verlieren, wird ihm das Leben geschenkt. Später wird Totte sich nach den Sternen sehnen und sich mit der älteren Nachbarin Gitte anfreunden.

Claudia Sammer hat auf 174 Seiten Szenen aus dem Leben ihrer Protagonistinnen und Protagonisten auf gefühlvolle, poetische Art eingefangen. Sie erzählt von Sehnsucht und dem Gefühl des Verlorenseins. Ihr Stil erinnerte mich dabei an Ali Smith. Episodenhaft aufgebaut wird im Buch allen wichtigen Figuren Raum gegeben sich zu entfalten. Ein ruhiger aber intensiver Roman, trotz all der Schattenseiten des Lebens so voller Hoffnung.

Jonathan Strange & Mr Norrell

England im 19. Jahrhundert: An Magie glaubt kaum noch jemand. Da entscheidet der Zauberer Mr Norrell die Magie zurück zu bringen. Im Kampf gegen Napoleon können seine Kräfte von Nutzen sein. Lange glaubt Norrell der einzige würdige Zauberer zu sein, doch dann trifft er auf Jonathan Strange. Es entspinnt sich eine Mischung aus Freundschaft und Rivalität.

Wow, was ein Buch! So voller Leben, mit einer bis ins feinste Detail ausgearbeiteten Welt (belegt via zahlreicher Fußnoten). Spannend, amüsant, fantasievoll – ein episches Fantasywerk.

Hexen – Die unbesiegte Macht der Frauen

Wie ihr vielleicht wisst, interessiert mich das Thema Hexen sehr. Daher wollte ich unbedingt “Hexen, die unbesiegte Macht der Frauen” aus dem Edition Nautilus Verlag lesen. Mona Chollet schreibt unter verschiedenen Gesichtspunkten über das Thema, beleuchtet die Geschichte der Hexenverfolgung, die Darstellung von Hexen in den Medien und die kulturellen Vorurteile gegenüber Frauen, die nicht in die gängige Wahrnehmung und Erwartungshaltung der Gesellschaft passen. Besonders spannend fand ich das Kapitel zum Thema “Kinderlosigkeit als Option”, das das Stigma der Alleinstehenden aufgreift, die sich an niemanden binden kann oder will, und die von Frauen erwartete Rollenbilder beleuchtet. Die glückliche Single Frau, die Kinderlose, die alleinstehende Alte, die Cat Lady – der Typus Hexe hat in den Augen der Gesellschaft viele Gesichter. Chollet widmet sich dieser vielseitigen Darstellung. Gut recherchiert, vielseitig, und äußerst lehrreich – eine lohnenswerte Lektüre.

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